Züruck

Wildcampen – Sechs Anregungen zur Erhöhung der Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Low-Budget-Reisendenden

Wildcampen im Anarchocamp
Aufräumen Jungs! Bei euch sieht's ja aus wie in Teufels Küche.

1. Margen-Darm-Hinterlassenschaften am besten direkt mit einer kleinen Schaufel beisetzen. Wenn nicht vorhanden, Klopapier verbrennen (ohne dabei einen Waldbrand zu verursachen!), Haufen an einen nicht frequentierten Ort setzen und mit Laub oder Steinen bedecken. Daran denken, dass unter Überhängen alle Verwesungsprozesse wesentlich langsamer oder fast gar nicht ablaufen, da es dort nicht regnet. Dies gilt auch für das kleine Geschäft. Im eigenen Interesse etwas Abstand zum Platz halten (schönes Wetter ist schön, aber es reinigt nicht die Umgebung).

2. Müll selbstverständlich einsammeln und vor allem an einem vor Tieren sicheren Ort aufbewahren. Ein noch so sauberer Platz ist wertlos, wenn der Fuchs 100m weiter eine Müllschlacht veranstaltet hat. Auch Bioabfälle, selbst wenn diese verrotten würden, nicht offen sichtbar liegen lassen. Menschen, die es gewohnt sind in Häusern zu wohnen, betrachten so etwas als Abfall und nicht als Beigabe an den natürlichen Kreislauf aus Werden und Vergehen.

3. Feuer nur an Stellen machen, an denen es absolut ungefährlich und am besten nicht von außen sichtbar ist. Praktisch im ganzen Süden Europas herrscht Lagerfeuerverbot, es kann also sowohl teuer, wie auch, wenn man sich das Buschwerk dort einmal genauer ansieht, nachvollziehbarerweise schnell sehr gefährlich werden. Vor dem Schlafengehen Feuer löschen oder mit Steinen abdecken. Da auch in der Natur der Prozess des Gefriertrocknens in Wirkung tritt, gilt die genauso für den Winter.

4. Lagerplatz aufräumen, befindet er sich an einem Ort, an dem auch nur gelegentlich Leute vorbeikommen. Ordnungsliebende Menschen könnten beim Anblick eines Klettererlagers durchaus vom Schlag getroffen werden und sich dabei ernsthaft verletzen. Zu Bedenken gilt auch, dass sowohl der Wind, als auch Tiere Herumliegendes verschleppen können. Dies gilt für alles Leichte und Essbare, aber auch für Bücher und Schuhe (der Fuchs am Col de Guerin in Céüse klaut vermehrt Bücher!).

5. Infrastruktur von Campingplätzen und Ähnlichem nicht illegaler Weise nutzen. Dies führt oft zur Vergiftung der Stimmung zwischen Wildcampern und Betreibern, die dann häufig verstärkt auf die Durchsetzung von Nachtpark- oder Campierverboten hinarbeiten. Außerdem kann sich leicht mit der natürlichen Infrastruktur, wie Bächen oder Seen, arrangiert werden. Oder es lässt sich eine Dusche ganz legal erwerben.

6. „Nachbarn“ auf „Verstöße“ hinweisen. Gelegentlich teilt man sich den Platz mit anderen, die meist aus Unwissenheit, selten vorsätzlich, den Erhalt des Lagerplatzes auf längere Sicht hinaus gefährden, meist, da sie einen der oben genannten Punkten nicht beachten. Mit einer freundlichen Sensibilisierung für die Problematik ist deren Verhalten häufig auf einfache Weise modifizierbar.

7. Ansonsten fröhliches Low-Budget-Reisen! Zu den vielen Vorzügen des draußen Schlafens kommen so zwar einige Punkte, die es einzuhalten gilt, doch das wird den Spaß daran kaum trüben. Denn während den Freunden der Hotelurlaub schon nach einer Woche die Kasse geleert hat, werden wir noch viele Wochen Reisen und Klettern gehen!

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